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Eintagestouren

Sölden – Kraxentour ²

Mit Sohn und Kraxe ab zur Jause

September 2019 / Österreich / Zwieselstein bei Sölden

Wir fuhren zu dritt für einen Kurzurlaub nach Sölden. Chris verbrachte eine Nacht auf einer Berghütte. Somit hatte ich mit meinem Sohn zwei Tage zur freien Verfügung. Wir nutzen diese für zwei kurze Touren – jeweils eine Zielwanderung zu einer Alm mit Anschließender Busfahrt zurück zum Ausgangspunkt.

1. Von Zwieselstein zum Sahnestüberl / 4km / 1h 40Min. / 300 hm

Direkt von der Ferienwohnung aus sah man bereits den bevorstehenden Anstieg. Also Wanderstöcke in die Hand und los. Kind in die Kraxe. -Fehlanzeige. Unser Kleiner will lieber selbst wandern. Dem will ich nicht im Wege stehen, also ziehe ich die leere Kraxe auf und Lars bekommt die Wanderstöcke. Nach 50 Metern gab es gleich schon mal ein Brot, nach weiteren 100 Metern eine Banane. Dann noch Tiere schauen und andere spannende Dinge auf dem Weg bestaunen. Wir benötigten für die ersten 500m eine ½ Stunde. Das war eine tolle halbe Stunde und es hat viel Spaß gemacht. In dem Alter von 1½ Jahren liegen die Prioritäten einfach anders. Nicht das eigentliche Ziel im Blick und immer geradeaus. Sondern abtauchen in eine Welt voller Wunder und Abenteuer. Den Blick in der Gegenwart. Wenn man die nötige Zeit mitbringt und sich darauf einlässt., entstehen wundervolle Momente. Wunderbar Einfach und einfach Wunderbar.

Im Anschluss an unserer Exkursion ging es mit voll beladender Kraxe weiter. Nachdem wir die ersten und damit auch meisten Höhenmeter hinter uns gelassen hatten, ging es in sanftem Auf- und Ab Richtung Sahnestüberl – begleitet vom Fluss, der uns zur nächsten Pause einlud. Am Flussbett verbrachten wir viel Zeit mit Steine Suchen und ins Wasser werfen. Wir hatten eine tolle Kulisse und so kamen wir beide auf unsere Kosten. Mit Bergpanorama im Rücken kühlten wir uns die Füße. Danach gingen wir ohne Pause weiter und wir landeten letztendlich im Sahnestüberl auf der Terrasse. Es gab lecker Käsebrot und Apfelschorle. In netter Atmosphäre verbrachten wir einige Zeit auf der Alm und fuhren schließlich mit dem Bus (Haltestelle in direkter Nähe) zurück nach Zwieselstein.

Eine empfehlenswerte Wanderung. Leicht zu gehen und wunderbar gelegen.

2. Von Zwieselstein zur Lenzen Alm / 4,6km / 1h 56Min. / 400hm

Den zweiten Tag starteten wir zur Lenzen Alm. Diese liegt in derselben Richtung wie das Sahnestüberl, lediglich auf der anderen Seite des Flusses und etwas exponierter. Wir konnten wieder direkt von der Ferienwohnung aus losmarschieren. Wie praktisch.

Die Tour ist bezüglich Distanz und Höhenunterschied in etwa vergleichbar mit der Tour am Tag zuvor. Bezüglich Wegverlauf und Kulisse aber nicht ganz so schön. Wir mussten ein kurzes Stück hinter der Leitplanke, entlang der Fahrstraße, gehen und zwischendurch auch auf breiten Forstwegen. Der Weg verläuft oberhalb des Flusses. Man kann ihn hin und wieder sehen aber nicht an ihn ran. Dennoch waren wir bei guter Laune und hoch motiviert. Leider verfranzte ich mich kurz vor dem Ziel und wir gingen etwas ziellos im Wald umher. Der Jüngere von uns beiden mittendrin statt nur dabei. Er wollte gerne raus aus der Kraxe. Also stiefelten wir hintereinander her. Das Abenteuer „Wald“ zog auch ein paar Blessuren mit sich und wir mussten etwas Pause machen um zu trösten und um nochmals Energie zu tanken. Letztendlich schafften wir es zur Alm und ließen die Tour mit Kuchen ausklingen.

Auf der Lenzen Alm hätten wir länger verweilen können. Ausgestattet mit Rutsche, Schaukel und Federwippe, ein willkommener Platz für Kinder. Leider ließ dies der Busfahrplan nicht zu. Also machten wir uns auf den Weg zum Bus. Die Bushaltestelle liegt einen steilen Abstieg entfernt. Diesen bestritten wir im Trab. Das leichte Schuakeln der Kraxe lies Lars in seinen Mittagsschlaf gleiten. Es war ein tiefer Schlaf, denn auch die gesamte Busfahrt verbrachte er schlafend in der Kraxe. Ein herrlicher Anblick. Lediglich der Einstieg in den Bus und das Laufen durch den Gang – mit einer vollen Kraxe – wurde zur Herausforderung. Vielleicht sogar die größte für diesen Tag. Nachdem ich einige Sitze touchiert hatte, saß ich endlich und es ging wiedereinmal zurück nach Zwieselstein.

Ein gelungener Tag – Geprägt von kleinen Abenteuern – an den ich mich noch gerne erinnere.

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