Yeti VIB 400

yeti_vib_002Von Bergfreunde.de bekam ich das Angebot einen Schlafsack von Yeti zu testen. Da unsere Val Grande Tour geplant war, wurde der neue Schlafsack direkt eingepackt, um ihn in der italienischen Wildnis zu testen.

Das Testprodukt ist ein Yeti V.I.B. 400 Daunenschlafsack in der Größe L (Außenmaß: 225 x 83 x 54 cm).

Es handelt sich beim Yeti V.I.B. 400 um einen ultraleichten Daunenschlafsack. Ein Schlafsack aus Daunen hat deutliche Gewichtsvorteile gegenüber einem Kunstfaserschlafsack, so wiegt der Yeti Schlafsack nur 830 Gramm. Ein vergleichbarer Kunstfaserschlafsack wiegt meist mehr als 1 kg. Einziger Nachteil von Daune gegenüber Kunstfaser ist, dass Daunenschlafsäcke sobald sie feucht sind nicht mehr ihre volle Wärmeleistung entwickeln. Dies ist bei genügend Vorsicht jedoch nicht problematisch, so hilft es zum Beispiel den Schlafsack in einem wasserdichten Packsack während der Tour aufzubewahren und ihn morgens nach dem Aufstehen gut zu lüften und damit zu trocknen.
Der Comfortbereich des Yeti Schlafsackes ist mit 2° C angegeben. Bei unserer Tour im Val Grande, war es in den Schutzhütten aber ausreichend warm (ca. 10° C), weshalb ich den Schlafsack nie zuziehen musste und ihn nur als Decke genutzt habe. Das Schlafklima habe ich dabei als sehr angenehm empfunden. Ich habe weder geschwitzt, noch war mir kalt. Morgens fühlte sich der Schlafsack nicht feucht an, so dass ich ihn nach einer kurzen Lüftung wieder problemlos (dank der sehr guten Komprimierung) in den Packsack stopfen konnte. Die Maße im Packsack betragen ungefähr 13 x 13 x 28 cm.

Beim abendlichen Ausbreiten des Schlafsackes bauschte er seine Füllung von 95/5 CrystalDown wieder schnell auf. Die Bauschkraft ist die Eignung der Daune, Luft und damit Wärme zu speichern. Umso größer die Bauschkraft ist, desto besser die Wärmeisolation. Maßeinheit für die Bauschkraft ist cuin (cubic inches). Der Yeti VIB 400 besitzt eine Bauschkraft von 800 cuin, ein sehr guter Wert. Damit lässt sich erklären, warum trotz des geringen Gewichtes eine so gute Wärmeleistung des Schlafsackes vorhanden ist. Insgesamt wirkt die Verarbeitung des Schlafsacks sehr hochwertig.

Die Größe L ist für meine Körpergröße von 191 cm ausreichend. Mit geschlossenem Reißverschluss und Kapuze habe ich noch genug Bewegungsfreiheit und die Füße stoßen nicht an das untere Ende des Schlafsackes. Ein nettes Gimmick ist die kleine Innentasche auf Brusthöhe im Schlafsack, hier lassen sich kleinere Wertgegenstände (Bargeld) verstecken, falls man seinen Mitschläfern nicht traut. Die Farbkombination Aussenseite schwarz, Innenseite rot ist gewöhnungsbedürftig. Der spontane Ausruf meiner Freundin: „Oh, ein Sado-Maso Schlafsack“, jedoch verbirgt sich hinter der Farbkombi ein praktischer Nutzen: Sollte der Schlafsack über Nacht etwas feuchter geworden sein, heizt er sich in der Sonne, dank der dunkleren Aussenseite, schnell auf und trocknet dadurch auch zügiger.

Zur Aufbewahrung wird der Yeti Schlafsack mit einem grobgemaschigen Aufbewahrungsbeutel geliefert, damit eventuell vorhandene Restfeuchtigkeit nach der Tour entweichen kann. Außerdem sollte man Daunenschlafsäcke generell nie komprimiert lagern, da dadurch ihr Bauschkraft und damit ihre Wärmeleistung verloren geht.

Fazit:
Ultraleichter 3-Jahreszeiten Schlafsack, der mich mit Sicherheit auf meinen weiteren Touren begleiten und begeistern wird.

About Chris

Kommentar verfassen